Geheimnisvoll bis magisch

Tulpen gibt’s in fast allen Farben – auch in Schwarz?

Tulipa 'Black Parrot' Immer wieder gelingt es Tulpen-Züchtern, ganz besondere Blütenformen und -farben zu züchten. Dabei beflügelt der Wunsch nach einer außergewöhnlichen Farbe – nach einer schwarzen Tulpe – die Züchter schon seit Jahrhunderten. Und nicht nur den Züchtern, auch Dichtern und Denkern hat es die schwarze Tulpe angetan. Der Schriftsteller Alexandre Dumas beispielsweise hat der Sehnsucht nach dieser Blume in seinem Roman “La Tulipe Noire” (Die schwarze Tulpe) ein literarisches Denkmal gesetzt. Seine Erzählung spielt im 17. Jahrhundert zur Zeit der Tulpomanie in den Niederlanden. 100.000 Gulden soll derjenige bekommen, der eine schwarze Tulpe züchtet. Cornelius van Baerle gelingt es vielen Widerständen zum Trotz, die schwarze Tulpe und die Liebe zu finden.

Blumen mit dunklen, fast schwarzen Blüten haben von jeher etwas Geheimnisvolles und auch Magisches, denn sie sind sehr selten im Pflanzenreich zu finden. Und doch, es gibt sie, beispielsweise die ‚Queen of Night‘, eine sehr elegante, einfache und edel anmutende Tulpe mit einem samtig schwarzen Farbton. Auch ‚Black Hero‘, ein Abkömmling der ‚Queen of Night‘, hat gefüllte, sehr dunkle, fast schwarze Blüten. Ebenso ‚Ronaldo‘, eine Triumph-Tulpe und die ‚Black-Parrot‘, eine Papagei-Tulpe mit dunkelvioletten, schwarz scheinenden Blütenblättern mit geschlitzten Rändern. Was allerdings beim Blick auf die Blüten schwarz leuchtet, ist oft ein sehr dunkles Braun, Purpurrot oder dunkles Violett. Je nachdem, wie das Sonnenlicht auf die Blüten fällt, schimmert es anders. Gerade diese Farbnuancen machen diese Tulpen so Aufsehen erregend.

Übrigens in Lisse, im Herzen des niederländischen Blumenzwiebelanbaugebietes, findest du im Museum ‚De Zwarte Tulp‘ noch mehr Wissenswertes zur schwarzen Tulpe: www.museumdezwartetulp.nl

Tulpensträuße verändern sich

Zellstreckenwachstum

Tulpen wachsen in der Vase weiter. Bei gemischten Sträußen wird das besonders deutlich. Die sehen nach einigen Tagen ganz anders aus, weil die Tulpen plötzlich die anderen Blumen überragen.

Evergreen

Wer hat eigentlich den Song “Tulpen aus Amsterdam” ursprünglich gesungen?

Tulpen aus Amsterdam Es war 1959 als dem deutschen Komponisten Ralf Arnie – mit bürgerlichem Namen Arthur Niederbremer – die Melodie für die „Tulpen aus Amsterdam” in den Sinn kam. Er schrieb die Musik speziell für die damals 25 Jahre junge niederländische Sängerin Mieke Telkamp. Klaus Günter Neumann und Ernst Bader steuerten den Liedtext bei. Mieke Telkamp hatte in den 1950-er und 1960-er Jahren viele Hits und war die erste niederländische Sängerin, die nach dem Zweiten Weltkrieg wieder in Deutschland auftrat.

Die unverwechselbare Walzer-Schunkelmelodie und der eingängige Text gehen einem nicht mehr aus dem Kopf. Selbst an ungewöhnlichen Orten, wie dem Münchner Olympiastadion, ist er – vielstimmig – zu hören. Denn immer dann, wenn der niederländische Fußballer Arjen Robben einen Treffer für den FC Bayern erzielt, erklingt beim Torjubel im Stadion der alte Schlager. Ein klassischer Ohrwurm, der auch heute noch für die Niederlande und seine berühmtesten Blumen steht: „… tausend rote, tausend gelbe, alle wünschen dir dasselbe. Was mein Mund nicht sagen kann, sagen Tulpen aus Amsterdam …”

Nachgefragt

Wieso wachsen Tulpen eigentlich in der Vase weiter?

Tulpen Tulpen sind wahre Champions im Zellstreckungswachstum. Wachstum findet in der Natur hauptsächlich durch Zellteilung statt. Man denke an das menschliche Embryo. Bei den Pflanzen gibt es noch ein zusätzliches Prinzip, nämlich das Zellstreckungswachstum. In der ersten Phase bringt die Pflanze die für das Wachstum benötigen Zellen durch Teilung hervor, danach allerdings wächst sie nur noch durch Streckung dieser Zellen. Das bedeutet, die Zellen wachsen indem sie Wasser aufnehmen und sich dabei in die Länge dehnen. Die Zellen der Tulpen sind so „zellstreckungsversessen”, dass sie selbst als Schnittblumen durch die Aufnahme des Vasenwassers noch ungebremst weiter wachsen. Durch kühle Temperaturen lässt sich die Tulpe in ihrem Wachstum bremsen.

Osterbräuche

Ach du dickes Ei!

Es gibt viele Elemente in den christlichen Osterbräuchen, die das Wiedererwachen der Natur und die Fruchtbarkeit symbolisieren: neben Osterhasen, Osterfeuer oder dem Osterlamm dürfen natürlich auch die gefärbten Eier nicht fehlen. Der Brauch, zu Ostern Eier zu verschenken, hat eine lange Tradition. Bereits in der urchristlichen Zeit war das Ei Sinnbild des Lebens und der Auferstehung. Im Mittelalter galten Eier zudem auch als Zahlungsmittel für Pacht und Zins und die wurden immer zu Ostern eingetrieben. Da in der Fastenzeit keine Eier gegessen werden durften, hatten sich zum Glück in diesen Wochen viele Eier dafür angesammelt. Heute sind zwar die Zeiten des „Eiergeldes” vorbei, zu Ostern aber haben Eier – gerade die buntgefärbten – nach wie vor Hochsaison.

Ein weiterer Brauch ist, dass die Wohnungen zum Osterfest mit frischen Blumen und Zweigen geschmückt werden. Zu Osterzeit kommen die Frühlingsblüher erntefrisch auf den Tisch: knackige Tulpen, sonnengelbe Forsythien, erste zartrosa Kirschblüten, strahlendgelbe Osterglocken, offenherzige Anemonen, duftende Hyazinthen oder üppig runde Ranunkeln – auf Blumen als Zeichen des Neubeginns möchte niemand verzichten.

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