Des Blumenzwiebelgärtners Stolz –

Fette Narzissenzwiebeln werden jetzt geerntet

Narzisse Banana Splash

Schon seit seiner Jugend befasst sich Carlos van der Veek, Blumenzwiebelliebhaber wie es keinen zweiten gibt, mit Narzissen und sie sind ihm tatsächlich auch schon „genetisch” sehr ans Herz gewachsen. Bereits sein Vater, Karel van der Veek, war ein Sammler. Von den über 4.000 Narzissensorten des Vaters stehen heute noch über 2.000 in Carlos’ Mutterpflanzenfeld in Nordholland. Jahr für Jahr streift er im April mit seiner Kamera durch dieses Feld und überlegt, welches Narzissensortiment er als nächstes seiner internationalen, anspruchsvollen Kundschaft in seinem Webshop Fluwel anbieten kann. Verrückte Sorten gibt es da und längst nicht alle sind gelb, wie der Laie glauben mag. Carlos gerät ins Schwärmen, wenn er die Feinheiten und die Unterschiede der Frühlingsblüher beschreibt, die verschiedenen Farbgebungen, die Blütenformen, ihre Wüchsigkeit und vor allem ihre Robustheit. Wenn sich Narzissen einmal an einem Standort im Garten gut etabliert haben, verhalten sie sich wie Stauden: werden mit jedem Jahr einfach immer schöner und breiten sich aus.

Narzissenmutterzwiebeln

Der Narzissenherbst 2017 scheint gesichert, die Ernteerwartungen erfüllt, die Umfänge der einzelnen Bollen sind gut und die Zwiebeln haben sich gut vermehrt. Bis sie im Herbst in den Versand gehen, werden sie noch getrocknet, geteilt und geputzt, nach Größen und Sorten sortiert und schließlich verpackt. Die Verarbeitung der Blumenzwiebeln ist in den Niederlanden ein beliebter Ferienjob für Schüler. Gut, dass Ferien sind. In den Blumenzwiebelscheunen arbeiten die jungen Leute viel, haben dabei aber auch eine Menge Spaß. Die Blumenzwiebeln werden sich freuen.

Rhapsody in Blue

Zwiebelblumen der leiseren Töne

Waldhyazinthe Hyacinthoides hispanicus 'Blue Queen'

Gerade im Frühling, wenn der Garten noch nicht von den kräftigen Grüntönen dominiert wird und die Sonne noch nicht so intensiv scheint, haben einige hübsche, blau blühende Pflanzen ihren großen Auftritt. Unter ihnen gibt es eine ganze Reihe Zwiebelgewächse, die sich am richtigen Standort wie Stauden verhalten und jährlich wiederkommen. Für schattigere Bereiche im Garten sind das beispielsweise die Sternhyazinthe Scilla siberica ‘Spring Beauty‘ und die Waldhyazinthe Hyacinthoides hispanicus ‘Blue Queen‘ oder die Prärielilie Camassia quamash, die traubige Blütenstände ausbildet und ebenfalls in der Sonne gedeiht. An lichten Stellen im Garten erscheinen im zeitigen Frühjahr auch die zierliche Iris reticulata ‘Harmony‘, die Traubenhyazinthen Muscari armeniacum und Muscari latifolum sowie die Sternanemone ‘Blue Shades‘, die in verschiedenen Lila- und Blautönen blüht. Damit wir uns im Frühling an den Schönheiten erfreuen können, müssen die Zwiebeln bereits im Herbst in die Erde.

Traubenhyazinthe Muscari latifolum

Zu den blauen Geheimtipps im Frühjahrsgarten befragt, muss der niederländische Blumenzwiebelspezialist Carlos van der Veek, Inhaber des Online-Shops Fluwel, nicht lange nachdenken und empfiehlt Ipheion uniflorum ‘Jessie‘, mit sternförmigen Blütchen, sehr stark und langlebig – auch für schattigere Stellen. „Um es unseren Kunden einfacher zu machen, ihre blauen Lieblingsblumen für den Frühjahrsgarten zu finden und vielleicht auch neue Sorten kennenzulernen, haben wir eine blaue Mischung mit zehn verschiedenen kleineren Zwiebelgewächsen unter dem Namen ‚Rhapsody in Blue‘ zusammengestellt. Von jeder Sorte gibt es in der Mischung je zehn Blumenwiebeln. Wir empfehlen größere Stückzahlen zu pflanzen, damit im Frühlingsgarten schöne blaue Flächen entstehen, die sich im Laufe der Jahre gut entwickeln und immer weiter ausbreiten.”

Frühlingsstern Ipheion uniflorum 'Jessie'

Natürlich lassen sich die Blaublütigen auch gut mit anderen Blumenzwiebeln mischen, wie beispielsweise mit der Tulpe ‘Spring Green‘ oder der botanischen Tulpe bakeri ‘Lilac Wonder‘, die sehr früh blüht und wie ein Juwel zur Anemone ‘Blue Shades‘ passt. Die Verkaufssaison für die Herbstpflanzung hat schon begonnen. Freunde der Spezialitäten bestellen früh, solange die Auswahl auch bei Besonderheiten noch groß ist – geliefert wird im September. Jede Menge Inspiration und Erläuterungen zu den verschiedensten Sorten gibt es aus erster Hand unter www.fluwel.de.

Tulpenfieber

Ab 24. August 2017 im Kino

Holland im 17. Jahrhundert: Der Handel mit Tulpenzwiebeln erlebt seine Hochzeit. Dank des großen Reichtums der Kaufleute können auch Künstler wie der junge Maler Jan Van Loos ihr Auskommen finden. Als der Kaufmann Cornelis Sandvoort ihn engagiert, um ein Porträt seiner Ehefrau Sophia anzufertigen, beginnt eine leidenschaftliche Affäre …

Weil Sophias Ehemann auf Rache sinnt, plant das Liebespaar die Flucht aus Amsterdam. Das nötige Geld wollen die beiden auftreiben, indem sie selbst in das Blumenzwiebelgeschäft einsteigen. Sie ahnen jedoch nicht, dass der Tulpenmarkt schon bald zusammenbricht …

Zwiebelblumenfelder unter Wasser

Pflanzenschutz wird zum Vogelparadies

Unkräuter, Schimmel, Schädlinge, Krankheiten, Blumenzwiebelreste – im Boden gibt es vieles, das vor der nächsten Blumenzwiebel-Saison aus der Erde muss. Eine Möglichkeit wäre die Behandlung der Felder mit chemischen Mitteln. Da aber der Umweltschutz eine wichtige Priorität hat, gibt es heute gesunde Verfahren. Inundation heißt das Zauberwort – eine Methode, die ganz und gar keine Magie, sondern im Grunde ganz simpel ist.

Inundation in Nordholland

Was steckt dahinter? Vor 25 Jahren hatte ein Blumenzwiebelgärtner im Norden der Niederlande eine innovative Idee: anstatt seine Felder nach der Ernte mit Pestiziden zu besprühen, pflügte er den Boden, legte an den Grenzen Deiche an und pumpte aus einer nahegelegenen Gracht Wasser auf seine Felder. Er flutete sie bis zu einer Höhe von zehn Zentimetern und beließ es so für den gesamten Sommer. Bei der nächsten Ernte erzielte er erstaunliche Erträge und trat unbewusst einen umweltpolitischen Trend los. Fährt man heute durch die Gegend zwischen den Orten Den Helder und Petten, zeigt sich einem ein außergewöhnliches Bild: überall erstrecken sich weite, flache, quadratische Seen. Es wirkt beinahe, als befände man sich in einem Nassreis-Anbaugebiet.

Inundation in Nordholland

“Mittlerweile ist die Inundation des Bodens nach der Ernte der Blumenzwiebeln bei uns Gang und Gäbe”, erklärt Carlos van der Veek, Blumenzwiebelspezialist und Inhaber des Online-Shops fluwel.de. “Jeder Züchter überschwemmt jährlich beinahe ein Viertel seines Landes, um umweltschonend gegen Nematoden und andere Bodenschädlinge vorzugehen.” Nicht nur die Blumenzwiebelbauern sind von dieser Methode begeistert, auch zahlreiche Vögel nehmen sie dankbar an. Denn die gefluteten Felder bieten willkommene Lebensräume und reiche Nahrungsquelle zugleich. Möwen, Enten, Gänse und viele weitere heimische Vogelarten zieht es bereits Anfang des Sommers zu den Wasserflächen. Von September bis Oktober gesellt sich eine große Schar an Zugvögeln dazu, die auf ihrem weiten Weg in den Süden an den überfluteten Feldern einen idealen Platz zum Rasten finden.

Inundation in Nordholland

Während dieser Zeit bieten sich Ornithologen und Fotografen wunderbare Bilder. Doch auch für Ausflügler und Urlaubsreisende ist es spannend, die Vögel in der freien Natur zu beobachten: Wie sie ein Bad nehmen, trinken und nach Insekten schnappen. Wenn sich auf der Wasseroberfläche die Umgebung und der Himmel eindrucksvoll spiegeln, ist das wirklich atemberaubend. “Lange Zeit waren unsere riesigen, farbigen Zwiebelblumenfelder ausschließlich im Frühjahr Anziehungspunkt für Touristen”, erzählt van der Veek. Vor einigen Jahren hat er mit “Land van fluwel” einen Themenpark rund um sein Steckenpferd, die Zwiebelblumen, eröffnet. “Mittlerweile haben wir an manchen Sommerwochenenden fast genauso viele Besucher, wie im Frühjahr.” Das Land van fluwel ist vom 1. April bis zum 29. Oktober 2017 täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Weitere Informationen sind unter www.landvanfluwel.nl zu finden.

Für fröhliches Summen im Garten

Allium, Krokus und Co. sind bei Bienen beliebt

Krokusse

Immer mehr Gartenbesitzer wünschen sich einen Garten, der Bienen viel zu bieten hat. Doch das gestaltet sich oftmals schwieriger als gedacht. “Viele Hobbygärtner gehen davon aus, dass jede blühende Blume auch Pollen und Nektar liefert”, erklärt Blumenzwiebelspezialist Carlos van der Veek von Fluwel. “Das ist aber nicht der Fall. Bei so genannten gefüllten Blüten – beispielsweise bei Rosen- und Crysanthemensorten – ist leider nichts zu holen. Bei ihnen wurden die Staubblätter und inneren Organe zu Blütenblättern umgebildet, so dass die Pflanzen steril sind. Sie haben zwar wunderschöne Blüten, aber weder Pollen noch Nektar für die Insekten.” Daher sollte in einem bienenfreundlichen Garten eine große Auswahl an Pflanzen mit ungefüllten Blüten zu finden sein. Diese bieten Bienen, Hummeln und Schmetterlingen freien Zugang zu ihren Staubblättern und somit nahrhaften Nektar und Pollen als Futter.

Allium 'Globemaster'

“Wichtig ist auch, den Garten nicht nur hinsichtlich eines farbenprächtigen Sommers zu gestalten, sondern ebenso an das Frühjahr zu denken”, rät van der Veek. “Nur dann finden Bienen und andere bestäubende Insekten das ganz Jahr hindurch genügend Nahrung.” Hummelköniginnen gehen beispielsweise schon bei Temperaturen ab zwei Grad Celsius auf die Suche nach Blüten. Honigbienen verlassen ihren Stock für Reinigungsflüge, wenn sich die Temperaturen um zehn Grad bewegen. Die ersten Blumen, die zu der Zeit blühen, sind Zwiebelblumen. So ist der frühblühende Krokus ‘Sieberi sublimis Tricolor‘ für die Bestäuber ein wahrer Festschmaus. Auch einige Wildtulpen- und Narzissensorten fliegen die Insekten gerne an. “Sobald im April die Sonne scheint, zieht beispielsweise die Tulpe ‘Turkestanica‘ Bienen wie magisch an und auch die Narzisse ‘Angel Eyes‘ ist sehr beliebt”, berichtet van der Veek. Traubenhyazinthen, Prairielilien und Allium passen ebenso wunderbar in einen Garten, der den Bestäubern als Nahrungsquelle dienen soll. Gepflanzt werden die Zwiebelblumen für ein blühendes Frühjahr übrigens bereits im Herbst.

Leichte Wahl mit Logo

Logo der britischen Royal Horticultural Society

Die britische Royal Horticultural Society (kurz: RHS) ist vor allem für ihre Chelsea Flower Show bekannt. Der Verein gibt aber auch verschiedene Preise und Auszeichnungen heraus. Neben dem AGM – Award of Garden Merit – gewinnt die Auszeichnung Perfect for Pollinators (“Perfekt für Bestäuber”) in letzter Zeit immer mehr an Bedeutung. Das Logo mit der Biene wurde speziell entwickelt, um Pflanzen zu kennzeichnen, die bestäubenden Insekten Pollen und Nektar bieten. “So können Hobbygärtner direkt auf einen Blick erkennen, mit welcher Bepflanzung sie Bestäubern etwas Gutes tun”, so van der Veek. Als Inhaber des Zwiebelblumen-Webshops www.fluwel.de unterstützt er begeistert diese bienen- und kundenfreundliche Initiative. Die entsprechenden Pflanzen seines Sortiments sind bereits mit dem Logo der RHS gekennzeichnet.

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