Tipps für Leseratten

Grabgestaltung

Anlegen, bepflanzen, pflegen

Mit einer individuellen Gestaltung des Grabes kann man einem geliebten Verstorbenen am ehesten gerecht werden und die Verbundenheit mit ihm zeigen. Neben Symbolen, die eine Allgemeingültigkeit haben, sind auch ganz persönliche Bezüge möglich: So kann man mit der Gestaltung und Bepflanzung auf die Vorlieben des Verstorbenen hinweisen, einen Beruf oder eine Lebenshaltung thematisieren oder ein Stück der Heimat nachbilden, zum Beispiel eine Grabbepflanzung in Form eines kleinen Alpinums. „Die persönliche Gestaltung muss nicht von allen Betrachtern verstanden werden. Vielmehr soll sie Ausdruck für die Wertschätzung des Verstorbenen durch die Hinterbliebenen und Freunde sein”, schreibt Brigitte Kleinod in ihrem neuen Buch „Grabgestaltung”. Die Biologin und Gartenplanerin zeigt hier anhand von Mustergräbern und Pflanzenbeispielen, wie Grabstätten angelegt, abwechslungsreich und harmonisch begrünt und richtig gepflegt werden. Ob sonnig, halbschattig oder schattig – für jeden Standort stellt sie die passenden Gewächse vor. Daneben erhält der Leser Tipps, wie man beispielsweise Doppelgrabstätten gut gliedert, Beete unter Bäumen renoviert oder eine gute Wasserversorgung sicherstellt. Zum Buch gibt es außerdem eine kostenlose KOSMOS-PLUS-App mit Zusatzinfos, Fotoserien und weiteren Bepflanzungsideen.

Brigitte Kleinod
Grabgestaltung
Kosmos Verlag, 2018
80 Seiten, 21,4 x 17,1 cm, 118 Farbfotos, Taschenbuch
ISBN 978-3440161333
Preis: € 8,99

Quelle: GPP

Die großen Gärtner: 40 Persönlichkeiten – 500 Jahre Gartengeschichte

'Die großen Gärtner'

Stephen Anderton ist Journalist, Autor und Moderator. Er arbeitet seit vielen Jahren im Ressort Garten und Gärtnern bei der „Times” und schreibt für Magazine wie „Gardens Illustrated” oder „Country Life”. Darüber hinaus beschäftigt er sich seit Jahrzehnten mit dem Erhalt und der Restaurierung historischer Gärten. In seinem jetzt auf Deutsch erschienen Buch „Die großen Gärtner” wirft er einen Blick auf 500 Jahre Gartengeschichte und porträtiert 40 historisch interessante Botaniker, Gartengestalter und -künstler aus 13 Ländern. Dabei zeigt er auf, wie aus ganz unterschiedlichen Lebenshintergründen kulturelle Meisterwerke wie Versailles, Wörlitz, der englische Landschaftsgarten von Stourhead oder der New Yorker Central-Park entstanden und macht deutlich: Gartenanlagen und Parks werden von Menschen gestaltet, die nicht nur den Zeitgeist vertreten, sondern vor allem aus ganz persönlichen Gründen dem Thema Garten ihre Handschrift verleihen wollen.

Roberto Burle Marx (1909-1994) beispielsweise ist einer der berühmtesten Garten- und Landschaftsarchitekten Südamerikas, überhäuft mit internationalen Auszeichnungen und Aufträgen aus der ganzen Welt. Er kennt keine in rechtwinklig symmetrischen Formen verwurzelten Traditionen, wie die Gärten der nördlichen Hemisphäre. Seine Anlagen sind völlig anders, freier, lebendiger, kurviger und fröhlicher. Rio der Janeiro ist heute eine lebende Galerie seines Wirkens.

Lawrence Johnston (1871-1958) wurde als Sohn amerikanischer Eltern in Paris geboren und nahm nach seinem Studium in Cambridge die englische Staatsbürgerschaft an. Er entwarf den Garten Serre de la Madone in Menton und den berühmten Hidcote Manor Garden, der heute zu den bekanntesten Anlagen der Welt gehört und jedes Jahr unzählige Besucher anzieht. Da Johnston sowohl die Kunst des Gartendesigns beherrschte als auch ein ausgesprochener Pflanzenkenner war, gelang es ihm ganz besondere Pflanzungen anzulegen, um damit neue Gartenräume entstehen zu lassen.

Wen Zhengming (1470-1559) war ein Sprössling einer privilegierten, chinesischen Familie während der Ming-Dynastie, beruflich aber selbst nicht sonderlich erfolgreich. Erst im Alter von 56 Jahren – bereits im Ruhestand – begann er eine Karriere als Künstler. Als Vertrauter erhielt er Zugang zu den neu angelegten Gärten eines Politikers, die er immer wieder aus verschiedenen Blickwinkeln zeichnete. Diese Gemälde wurden im Laufe der nächsten Jahrhunderte vielfach kopiert und geben uns heute noch Einblick in die chinesischen Gartenanlagen jener Zeit.

Diese und viele weiteren historischen Abbildungen – Stichen, Skizzen, Plänen und Fotografien – machen „Die großen Gärtner” zu einem wahren Schatz für alle Gartenliebhaber.

Stephen Anderton
Die großen Gärtner
Deutsche Verlags-Anstalt DVA, 2017
304 Seiten, 18,6 x 24,6 cm, ca. 230 farbige Abbildungen, gebunden
ISBN 978-3421040855
Preis: € 34,95

Quelle: GPP

365 Gärten – Ratgeber und Tagebuch fürs ganze Jahr

'365 Gärten'

Wieso sollte im Winter auf Streusalz verzichtet werden? Ist der Frühling oder der Herbst die bessere Pflanzzeit? Warum fliegen im Spätsommer nur noch so wenig Hummeln im Garten herum? Und was ist eigentlich Portulak? Wer auf diese und weitere Fragen eine Antwort sucht, sollte einen Blick in das neue Buch von Gisela Keil werfen – oder besser gesagt 365 Blicke, denn es ist mehr als ein bloßer Ratgeber. „Es ist ein Begleiter durchs Gartenjahr hindurch, mit saisonalen Gestaltungsideen, Pflanzen- und Praxistipps in täglichen Rationen”, beschreibt es die Autorin. Auf sage und schreibe 744 Seiten bietet sie Tag für Tag Tipps und Tricks für jeden Garten durch’s ganze Jahr hindurch – mit kurzen und prägnanten Texten, die von Gestaltungsideen über ökologische Aspekte bis hin zu aktuell anfallende Aufgaben das gesamte Spektrum der gärtnerischen Arbeit behandeln. Passend dazu liefert der renommierte Fotograf Jürgen Becker Impressionen von Gärten aus der ganzen Welt. Mal hat er eine frostbedeckte Herbstanemone detailverliebt abgelichtet, mal einen blütenreichen Frühlingsgarten, mal einen prallgefüllten Erntekorb, mal ein liebevoll eingerichtetes Blumengeschäft. Doch auch der Garten des Lesers findet in diesem umfangreichen Werk seinen Platz: auf jeder Doppelseite gibt es speziell für Ideen, Lösungen oder Anmerkungen ein freies Feld. Und für diejenigen, denen eine dringliche Gartenfrage auf der Seele brennt, enthält das Buch ein nach Datum aufgeschlüsseltes Inhaltsverzeichnis: So ist die Antwort in „365 Gärten” schnell gefunden.

Gisela Keil und Jürgen Becker (Fotograf/Illustrator)
365 Gärten – Ratgeber und Tagebuch fürs ganze Jahr
Deutsche Verlags-Anstalt, 2017
744 Seiten, 20,0 x 20,0 cm, ca. 370 Farbfotos, gebunden
ISBN 978-3-421-04086-2
Preis: € 24,95

Quelle: GPP

Flora – 3.000 Jahre Pflanzendarstellung in der Kunst

'Flora'

Was für eine fantastische Welt, die Welt der Flora! Was wie ein buntes, schweres Bilderbuch daherkommt, erstaunt Seite für Seite. Es sammelt die Kunst der Pflanzendarstellung über mehrere Jahrtausende, aus aller Welt, aus allen Epochen, in allen Genres. Die Reihenfolge der 312 großartigen Abbildungen folgt nicht einer historischen Chronologie, sondern sie bildet höchst interessante Gegensatzpaare. So steht beispielsweise eine Zeichnung einer Orchidee von Charles Darwin, einer Fotografie einer Orchidee von Robert Clark aus dem 21. Jahrhundert gegenüber oder ein Foto von Man Ray einem 3-D-Druck von Spiros Hadjidjanos. Die Gegensatzpaare sind äußerst spannungsreich. Sie fangen die Schönheit der unterschiedlichsten Gewächse ein und machen auch deutlich, zu welchem Zwecke sie im Laufe der Jahrtausende abgebildet wurden. Es ist wirklich eine opulente Bilderreise, die Werke von Leonardo da Vinci, Albrecht Dürer, Maria Sibylla Merian, Karl Blossfeldt, und vielen anderen Künstlern oder Gartenkünstlern wie beispielsweise Gertrude Jekyll wertungsfrei gegenüberstellt. „Flora” ist ein Bilderbuch, ja, aber durchaus auch ein Lesebuch, das bildet! Das Werk erschien zuerst in englischer Sprache und hieß da treffender: „Plant: Exploring the Botanical World”. Es ist ein botanischer, ein ästhetischer und ein bibliophiler Bücherschatz!

Katrin Harlaß, Angelika Körber, Trude Stegmann, Sebastian Vogel, Coralie Wink und Sabine Zucchi (Übersetzer)
Flora
Deutsche Verlags-Anstalt, 2017
352 Seiten, 25 x 29 cm, 312 Abbildungen, gebunden
ISBN 978-3-421-04051-0
Preis: € 59,00

Quelle: GPP

Mit Monet, van Gogh und Cézanne im Garten – Kunstkurator Roland Doschka und sein preisgekröntes Paradies

'Mit Monet, van Gogh und Cézanne im Garten'

„Achtung, dies ist kein Gartenbuch. Es ist aber auch kein Kunstbuch. Es ist kein Ratgeber. Es ist das Buch über einen Menschen, der seit 40 Jahren seinen Garten bestellt und der viel zu sagen hat.” Diese ersten Sätze von Autorin Claudia Gölz im einleitenden Kapitel des soeben im Verlag DVA erschienenen Buches „Mit Monet, van Gogh und Cézanne im Garten” stimmen ein auf das originelle Buchkonzept und eine höchst vergnügliche Lektüre. Es handelt sich eigentlich um ein Hörbuch, das man allerdings selbst lesen muss, schon, um die wunderbaren Gartenfotos von Ferdinand Graf Luckner genießen zu können. Aber eins nach dem anderen:

Das Buch ist das Ergebnis zahlreicher Gartenspaziergänge und Gespräche mit dem Kunstkurator und passionierten Gartengestalter Professor Roland Doschka. In seiner Heimat am Rande der Schwäbischen Alb, in Dettingen bei Rottenburg, hat er seit Anfang der 1970er Jahre einen zauberhaften, wunderbaren, ungeheuerlichen, einmaligen Garten geschaffen. Wer einmal dort war, will immer wieder hin und wird sofort einstimmen in den Chor der Superlative, mit denen dieser Garten in vielen Büchern und Veröffentlichungen beschrieben wurde. Natürlich ist der Garten von Roland Doschka auch preisgekrönt – 2006 erhielt er den Europäischen Gartenkultur-Schöpfungspreis. Vor allem aber ist der Garten das Werk eines durch und durch kultivierten Menschen, der seit Jahrzehnten an seinem gärtnerischen Ausdruck arbeitet und dabei viel Freude und Dankbarkeit empfindet. Diese Freude teilt Doschka seit vielen Jahren mit den Tausenden von Besuchern, für die der Garten nach Absprache geöffnet wird und die er am liebsten selbst durch den Garten führt. Dann erschließen sich die vielfachen Zitate von Künstlern wie Monet, van Gogh, Cézanne, Matisse oder Paul Klee. Die Landschaften des Südens, die wir alle von deren Bildern kennen, sind hier in die Landschaft gelegt und sie erscheinen überhaupt nicht fremd, vielmehr sind sie so dezent und harmonisch in den rund fünf Hektar großen Garten eingewebt, dass man sie mit großem Vergnügen entdeckt. Überhaupt ist der Gang durch den Garten und vor allem der Austausch mit Roland Doschka eine einzige Entdeckungsreise. So erging es Autorin Claudia Gölz gleich mehrfach, wenn sie mit dem Kunstkurator zu verschiedenen Jahreszeiten durch den Garten wanderte: „Auf Spaziergängen in seinem Reich näherten wir uns dem Schaffen und Wirken des Mannes und seinem so persönlichen Paradies. Dabei gab es Erstaunliches zu entdecken – eben Kultur in jedem besseren Sinne.”

„Ich mag Blau sehr. Auch die riesige Drift mit dem Englischen Lavendel in zwanzig verschiedenen Arten liebe ich sehr. Sie glauben ja gar nicht, wie intensiv farbig Lavendel sein kann und darüber wieder Hunderte blauer Allium ´Ambassador`. Im frühen Sommer fantastisch…. In der europäischen Farbsymbolik steht Blau für Ruhe, Frieden und Harmonie. Denken Sie an die Romantik, an den Dichter Eichendorff oder Novalis´ Suche nach der Blauen Blume …” Diese Sätze von Doschka sind typisch für das Buch. Als Leser ist es fast, als schlenderte man neben ihm durch den Garten, die Bilder von Ferdinand Graf Luckner illustrieren die Gespräche, die sich an genau den jeweiligen Gartensituationen entlang entwickeln. Ob der Französische Garten, die impressionistische Wiese, der romantische Rosenpavillon, ob die Öffnung in die Weite der Landschaft oder die Geschlossenheit und Stille des Hortus Conclusus … die Lektüre des Buches lässt den Garten an sich als Kunstwerk erkennen und entrückt aus dem Alltag. Noch einmal Doschka: „Der ganze Garten ist Rückzugsort. Wenn ich von Reisen oder anstrengenden Sitzungen komme, stelle ich mein Gepäck ab, ziehe meine Gartenschuhe an und gehe hinaus. Hier ist ein Stück Ewigkeit! Hier ist das ewige Rauschen der Natur – so würde es Camus sagen – und die Außenwelt ist in der Tat ausgeschlossen. Hier ist Zeit. Egal, an welcher Stelle ich im Garten bin, hier bleibt die Zeit stehen.”

„Mit Monet, van Gogh und Cézanne im Garten – Kunstkurator Roland Doschka und sein preisgekröntes Paradies – ein Gespräch” lautet der volle Titel des Buches, das man immer wieder zur Hand nimmt. Die Leser erhalten einen neuen Zugang zum Garten und zur Kunst, sie nehmen Einblick in das Lebenswerk und die Motive eines außergewöhnlichen Menschen und sie bekommen sicher auch Lust, in ihrem Garten das Ein und Andere zu verändern und schöner zu machen.

Claudia Gölz, Ferdinand Graf Luckner (Fotos)
Mit Monet, van Gogh und Cézanne im Garten
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), 2017
160 Seiten, 24 x 28,9 cm, zahlreiche Abbildungen, gebundene Ausgabe
ISBN 978-3-421-04058-9
Preis: € 29,90

GPP