Wissenswertes

Regen, Frost und Hitze:

Kein einfaches Jahr für Blumenzwiebeln

Narzissenzwiebeln nach der Ernte

Die Blumenzwiebeln, die wir im Herbst pflanzen, werden jetzt Anfang des Sommers geerntet. Große Rodemaschinen rollen über die weiten Tulpen- und Narzissenfelder und holen die runden Kraftpakete aus dem Boden. Ein wirklich spannender Moment, denn erst jetzt können die Blumenzwiebelgärtner etwas über die Qualität und Quantität ihres Sortiments sagen. Sind die Zwiebeln schön groß, dick und fest? Sehen sie gesund aus, weisen sie eine gute Hautqualität auf und haben sie genügend Tochterzwiebeln für die Pflanzung im Herbst gebildet?

„Die Blumenzwiebeln waren während der letzten Monate extremen Wetterbedingungen ausgesetzt”, erklärt Carlos van der Veek von Fluwel. Der Niederländer ist Experte auf dem Gebiet der Blumenzwiebeln und weiß, worauf es für eine gute Ernte ankommt, aber auch, was dem Wachstum der Pflanzen gar nicht gut tut.

Carlos van der Veek

„Der Herbst 2017 war sehr viel nasser, als normal und hat ganze Felder unter Wasser gesetzt. Einige der Blumenzwiebeln weisen daher Wasserschäden auf, manche sind auch regelrecht abgesoffen.” Der März dagegen hat den Zwiebeln mit strengem Frost, der Mai mit vielen heißen Tagen zugesetzt. Selbst den Tulpen, die mit extremen Wettern gut zurechtkommen, taten diese Temperaturen nicht nur gut. Sie brauchten all ihre Energie, um am Leben zu bleiben – diese Kraft fehlte ihnen dann für ihr Wachstum. Keine guten Voraussetzungen für eine optimale Ernte. Auch van der Veek sieht es nüchtern.

Müssen sich Hobbygärtner nun um die Qualität der Blumenzwiebeln von Tulpen, Narzissen und Co. Sorgen machen? „Nein, denn wir verkaufen natürlich nur die Blumenzwiebeln, die die schwierigen Bedingungen gut verkraftet haben und von sehr guter Qualität sind”, betont der Niederländer. „Das werden dieses Jahr jedoch wahrscheinlich erheblich weniger sein, als beispielsweise im Herbst 2017. Einige Sorten können wir daher nicht in gewohnt großer Stückzahl anbieten.”

Rodemaschinen bei der Ernte

Das könne sich auch auf die Bestellsaison auswirken und diese verkürzen. Daher van der Veeks Tipp: Früh bestellen, um nicht leer auszugehen! Denn die Nachfrage nach Tulpenzwiebeln ist sowohl bei Gartenliebhabern als auch bei Schnittblumengärtnern groß. Narzissen werden ebenfalls immer beliebter. Wer sich seine Favoriten unter den Frühlingsblühern sichern möchte, sollte also schon jetzt mit dem Stöbern und Bestellen beginnen. Geliefert werden die Blumenzwiebeln des Niederländers übrigens erst Mitte September – bis dahin werden sie bei optimalen Bedingungen gelagert, bis sie im Herbst zurück in die Erde kommen. Weitere Informationen und das gesamte Sortiment sind auf www.fluwel.de zu finden.

Die Eisheiligen stehen vor der Tür!

Endlich können Dahlien und Co. in die Erde

Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und die Kalte Sophie – das sind die Heiligen, die schon seit Jahrhunderten ein Inbegriff für späten Frost und Kälte sind. Dabei haben die Fünf in ihrem Ursprung nichts mit dem Wetter oder dem Garten zu tun. Wieso sind sie bei Hobbygärtnern dennoch so gefürchtet?

Dahlien sind nicht winterhart

Die fünf Heiligen lebten im vierten und fünften Jahrhundert. Zwei waren katholische Bischöfe, drei gingen als christliche Märtyrer in die Geschichte ein. Aufgrund ihrer Taten wurden sie Jahrhunderte später vom Papst heiliggesprochen und erhielten Ehrentage zugewiesen: vom elften bis zum 15. Mai. Im katholischen Mittelalter waren diese Tage elementar mit dem Alltag der Menschen verknüpft – so wussten auch die Bauern ganz genau, welches Datum für welchen Heiligen steht. Über die Jahre erkannten sie, dass während der sogenannten Lostage Mitte Mai oft noch mit Spätfrösten zu rechnen war. So entstand der Begriff der „Eisheiligen”. Aus solchen Beobachtungen entwickelten sich eine Reihe von Bauernregeln, die mit gereimten Tipps durch das landwirtschaftliche Jahr führten. So heißt es beispielsweise: „Wenn’s an Pankratius gefriert, so wird im Garten viel ruiniert” oder auch “Servaz muss vorüber sein, will man vor Nachtfrost sicher sein.”

Carlos van der Veek von Fluwel

Auch wenn diese Bauernregeln schon uralt sind und sich während der letzten Jahrhunderte sogar der Kalender geändert hat – vom julianischen zum gregorianischen – spielen die Eisheiligen immer noch eine wichtige Rolle. Sie bieten eine grobe Orientierung, ab wann nicht winterharte Pflanzen in den Boden gesetzt werden können. „Besonders bei Dahlien, Zantedeschia oder Anemonen hilft es, sich an diesen Tagen zu orientieren”, betont Blumenzwiebelspezialist Carlos van der Veek von Fluwel. „Wie die meisten sommerblühenden Blumenzwiebeln und Knollen sind diese Exotinnen hierzulande nicht winterhart und dürfen erst nach den letzten Spätfrösten in den Boden kommen.” Zwar variieren die klimatischen Verhältnisse von Region zu Region und auch nach den Eisheiligen kann es noch kalt werden – aber in der Regel ist ab Mitte Mai die Gefahr für Frühlingsfrost vorbei. Weitere Informationen, Pflanztipps und ein breites Sortiment an Blumenzwiebeln gibt es auf www.fluwel.de.

Winterharte Zwiebelblumen:

Frost und Schnee sind ok!

Crocus flavus 'Yellow Mammoth'

Manche Blumenzwiebeln sind winterhart, andere nicht. Doch was genau bedeutet das? Der Begriff „Winterhärte” bezieht sich auf die Robustheit einer Pflanze während der kalten Jahreszeit. Kommt sie mit den vor Ort herrschenden Wetterbedingungen – Kälte, Frost, Wind, Schnee – ohne zusätzlichen Schutz zurecht, dann gilt sie als winterhart. Schneeglöckchen und Krokusse sind es beispielsweise. Im Herbst gepflanzt, brauchen diese Frühlingsblüher sogar die Kälte, um Stärke zu bilden und im Frühling Blüten zu treiben. Das gilt für Tulpen, Narzissen, Hyazinthen, Allium oder Prärielilien genauso: Alle Frühlingsblüher aus Blumenzwiebeln sind hinzulande winterhart. Aber es gibt auch Sommerblüher, die winterhart sind. „Das ist zum Beispiel bei Lilien der Fall”, erklärt Blumenzwiebelspezialist Carlos van der Veek von Fluwel. „Ihre Zwiebeln vertragen Minustemperaturen und sollten sogar jetzt im Winter in die Erde gesetzt werden, denn sie brauchen die Kälte für ihre Entwicklung. Die Zwiebeln können dann jahrelang im Boden bleiben, selbst frostige Winter machen ihnen nichts aus.” Anders sieht es mit nicht winterharten Pflanzen aus, wie zum Beispiel der Dahlie oder der Zantedeschia, auch „Calla” genannt. Ihre Knollen sind nicht winterhart und sollten erst nach dem letzten Frühlingsfrost gepflanzt werden. Zudem müssen sie vor jedem Winter wieder aus der Erde geholt und dunkel sowie frostfrei überwintert werden. Weitere Informationen auf www.fluwel.de.

Zwiebelblumenfelder unter Wasser

Pflanzenschutz wird zum Vogelparadies

Unkräuter, Schimmel, Schädlinge, Krankheiten, Blumenzwiebelreste – im Boden gibt es vieles, das vor der nächsten Blumenzwiebel-Saison aus der Erde muss. Eine Möglichkeit wäre die Behandlung der Felder mit chemischen Mitteln. Da aber der Umweltschutz eine wichtige Priorität hat, gibt es heute gesunde Verfahren. Inundation heißt das Zauberwort – eine Methode, die ganz und gar keine Magie, sondern im Grunde ganz simpel ist.

Inundation in Nordholland

Was steckt dahinter? Vor 25 Jahren hatte ein Blumenzwiebelgärtner im Norden der Niederlande eine innovative Idee: anstatt seine Felder nach der Ernte mit Pestiziden zu besprühen, pflügte er den Boden, legte an den Grenzen Deiche an und pumpte aus einer nahegelegenen Gracht Wasser auf seine Felder. Er flutete sie bis zu einer Höhe von zehn Zentimetern und beließ es so für den gesamten Sommer. Bei der nächsten Ernte erzielte er erstaunliche Erträge und trat unbewusst einen umweltpolitischen Trend los. Fährt man heute durch die Gegend zwischen den Orten Den Helder und Petten, zeigt sich einem ein außergewöhnliches Bild: überall erstrecken sich weite, flache, quadratische Seen. Es wirkt beinahe, als befände man sich in einem Nassreis-Anbaugebiet.

Inundation in Nordholland

“Mittlerweile ist die Inundation des Bodens nach der Ernte der Blumenzwiebeln bei uns Gang und Gäbe”, erklärt Carlos van der Veek, Blumenzwiebelspezialist und Inhaber des Online-Shops fluwel.de. “Jeder Züchter überschwemmt jährlich beinahe ein Viertel seines Landes, um umweltschonend gegen Nematoden und andere Bodenschädlinge vorzugehen.” Nicht nur die Blumenzwiebelbauern sind von dieser Methode begeistert, auch zahlreiche Vögel nehmen sie dankbar an. Denn die gefluteten Felder bieten willkommene Lebensräume und reiche Nahrungsquelle zugleich. Möwen, Enten, Gänse und viele weitere heimische Vogelarten zieht es bereits Anfang des Sommers zu den Wasserflächen. Von September bis Oktober gesellt sich eine große Schar an Zugvögeln dazu, die auf ihrem weiten Weg in den Süden an den überfluteten Feldern einen idealen Platz zum Rasten finden.

Inundation in Nordholland

Während dieser Zeit bieten sich Ornithologen und Fotografen wunderbare Bilder. Doch auch für Ausflügler und Urlaubsreisende ist es spannend, die Vögel in der freien Natur zu beobachten: Wie sie ein Bad nehmen, trinken und nach Insekten schnappen. Wenn sich auf der Wasseroberfläche die Umgebung und der Himmel eindrucksvoll spiegeln, ist das wirklich atemberaubend. “Lange Zeit waren unsere riesigen, farbigen Zwiebelblumenfelder ausschließlich im Frühjahr Anziehungspunkt für Touristen”, erzählt van der Veek. Vor einigen Jahren hat er mit “Land van fluwel” einen Themenpark rund um sein Steckenpferd, die Zwiebelblumen, eröffnet. “Mittlerweile haben wir an manchen Sommerwochenenden fast genauso viele Besucher, wie im Frühjahr.” Das Land van fluwel ist vom 1. April bis zum 29. Oktober 2017 täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Weitere Informationen sind unter www.landvanfluwel.nl zu finden.

Was ist eigentlich eine Staude?

Krokuspärchen

“Stauden sind krautige, ausdauernde Pflanzen, die im Gegensatz zu Bäumen und Sträuchern nicht verholzen”, erklärt Blumenzwiebelexperte Carlos van der Veek von www.fluwel.de. “Im Winter fahren die Stauden ihren Stoffwechsel herunter und ziehen ihre Lebenskraft in den Boden zurück. Die oberirdischen Triebe sterben meist ab. Bevor sie im Frühling neu austreiben, werden die vertrockneten Stiele, Blätter und Blüten einfach abgeschnitten.” Neben vielen blühenden Gartenpflanzen wie Rittersporn oder Sonnenhut zählen auch Blattschmuckstauden, Gräser, Farne und Wasserpflanzen zu den Stauden. Auch Zwiebelblumensorten, die Jahr für Jahr wieder kommen, zählen zu den Stauden. Darunter fallen nur wenige Tulpen, aber viele Narzissen, Hyazinthen und Krokusse.