Tulpen-Talk

Farbenlehre für den Frühlingsgarten –

Die Kombination macht’s

Tulpenmischung Stop the Car

Wer im Garten verschiedene Farben optimal kombinieren möchte, sollte wissen, was es mit dem Farbkreis auf sich hat: Der besteht zur einen Hälfte aus warmen Tönen – Gelb, Orange, Rot und Purpur – und zur anderen aus den kühlen – Lila, Blau und Grün. Wenn sich die Farben im Kreis gegenüberliegen, dann nennen wir sie kontrastierend, liegen sie nebeneinander, dann spricht man von Ton-in-Ton. Je nachdem, welches Bild erzeugt werden soll, wählen wir entweder Farben, die sich ergänzen oder die sich „stören”. Beides kann sehr interessant sein …

Blumenzwiebeln sind für das Spiel mit den Farben ideal. Besonders mit Tulpen lässt sich vortrefflich experimentieren. Sie zeigen ihre Blüten nach dem Winter eher als die meisten Gehölze und Stauden und ihre Farbenpracht dominiert für eine ganze Zeit lang den Garten.

Tulpenmischung Pink Cloud

„Wer verschiedene Zwiebelblumen kombinieren möchte, sollte aber nicht nur auf die Farben achten, sondern auch auf die Wuchshöhe, die Blütenformen und vor allem auf die Blütezeiten der einzelnen Sorten”, betont Blumenzwiebelspezialist Carlos van der Veek. „Denn die schönste Zusammenstellung nützt nichts, wenn die ausgewählten Pflanzen nicht zeitgleich blühen.” Über 100 verschiedene Tulpensorten bietet der Niederländer in seinem Webshop www.fluwel.de. Zu jeder erhält man auf der Webseite viele wissenswerte Details sowie praktische Hinweise. So ist es leicht, Sorten zu finden, die besonders gut zusammenpassen. Wer es noch einfacher haben möchte, kann auch auf fertige Mischungen zurückgreifen. Diese sind mit viel Liebe zum Detail und Fachwissen zusammengestellt und in der Praxis erprobt.

Früher waren die Schönsten krank -

Die faszinierende, starke Tulpenvielfalt von heute

Rembrandt gilt als größter niederländischer Maler des 17. Jahrhunderts. Er lebte in der Zeit des sogenannten Tulpenwahns – in der die Blumen Spekulationsobjekt und zum Teil wertvoller als Diamanten waren – und malte vor allem historische Bilder und Porträts. Als Hommage an diesen außergewöhnlichen Künstler wurde eine Gruppe ganz besonderer Tulpen nach ihm benannt, die man heute noch als Rembrandt-Tulpen kaufen kann.

Rembrandt-Tulpe 'Flaming Parrot'

Die Rembrandt-Tulpen haben mehrfarbige Blätter mit unregelmäßiger Färbung und geflammten, gefleckten, gestreiften oder fedrigen Farbverläufen. Sie blühen spät im Frühjahr und zeigen ihre meist schweren Blüten in Purpur, Rosa, Rot, Bronze oder Braun auf weißem, rotem oder gelbem Grund. Die wohl berühmteste und inzwischen längst ausgestorbene Rembrandt-Tulpe ist die ‘Semper Augustus‘. Sie war 1637 – kurz vor dem Zusammenbruch des Markts – wegen ihres besonderen Aussehens, mit 10.000 Gulden pro Blumenzwiebel, die teuerste Tulpe, die es jemals gab. Erst in den 1920-iger Jahren hat man herausgefunden, dass ein Virus für die Farbverläufe und Muster auf den Tulpenblättern verantwortlich war. In der Vergangenheit waren also tatsächlich die schönsten und teuersten Tulpen krank. Da infizierte Pflanzen die Krankheit direkt auf andere Tulpenzwiebeln übertragen können, ist die Kultivierung viröser Tulpen heute verboten. Gärtnerischer Eifer und viel Sachverstand und Fingerspitzengefühl haben aber längst dazu geführt, dass die derzeit im Handel erhältlichen Rembrandt-Tulpen absolut virenfrei sind. Die modernen Sorten stehen den geflammten und gemusterten Blütenblättern der historischen Tulpen aber in nichts nach.

Rembrandt-Tulpe 'Grand Perfection'

Vor allem das Tulpensortiment bei den Schnittblumen ist heute riesig. Der Niederländer Carlos van der Veek von – von Kindesbeinen an auf den Blumenzwiebelfeldern zuhause – bedauert, dass durch die derzeitige starke Konzentration auf den Schnittblumenmarkt das Angebot für den privaten Hausgarten etwas leidet. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Kunden seines Webshops www.fluwel.de eine möglichst große Auswahl verschiedener Blumenzwiebeln anzubieten – auch wenn es von manchen Sorten immer nur sehr kleine Stückzahlen gibt: „Viele Hobbygärtner wollen nicht nur die gängigen, bekannten Tulpen im Herbst pflanzen, sondern sind auch auf der Suche nach Ausgefallenem. Das spornt mich an, in jedem Frühjahr Blumenzwiebelgärtner zu besuchen, um deren Schätze zu entdecken. Natürlich haben wir auch heute noch geflammte Rembrandt-Tulpen wie ‘Flaming Parrot‘ oder ‘Grand Perfection‘ im Programm. Daneben bieten wir aber auch ganz verrückte Züchtungen an, wie beispielsweise die feuerrote ‘Leo‘, die wie eine brennende Fackel im Frühlingsgarten steht und erst auf den zweiten Blick als Tulpe erkennbar ist.”

Auf der Suche nach besonderen Schönheiten

Von Lila bis Orange

Traum aller Blumenzwiebelzüchter ist es seit Jahren, eine blaue Tulpe zu finden. Das ist zwar bisher noch niemandem gelungen, aber immerhin gibt es wunderschöne Sorten in Lilatönen. Die Tulpe ‘Negrita’ zeigt sich in einem harmonisch wirkenden Violett und überrascht mit ihrer außergewöhnlich langen Blütezeit. „Als eine der ersten Tulpen fängt sie an zu blühen und bleibt bis zum Ende der Tulpenblüte wunderschön“, erzählt Carlos van der Veek, Blumenzwiebelspezialist von Fluwel. Eine elegante Sorte, die dazu auch noch herrlich duftet, ist ‘Sanne’. Sie blüht zunächst in einem frischen Rosa, aus dem mit der Zeit Pastellfarben wie Apricot und Pfirsich werden – ein Farbspiel, das jeden Tag zu einem immer neuen Blickfang im Garten wird.

Wer kräftige Farben bevorzugt, dem sei die Tulpe ‘Disneyland Paris’ mit ihren intensiv orangefarbenen Blüten empfohlen. „Durch sie strömt das Blut der wilden Fosteriana-Tulpe, deren Eigenschaften Ihnen viel Gartenfreude bescheren wird“, schwärmt van der Veek. „Diese Tulpe hat neben ihrem Namen auch noch die fröhlich-märchenhafte Ausstrahlung, die diesem weltberühmten Vergnügungspark entspricht.“ Die Blüte von ‘Portland’ besitzt eine mindestens ebenso beeindruckende Ausdruckskraft. Ihre Farbe, die zwischen Violett und Pink changiert, macht sie zu einer einzigartigen Tulpe.

Unser Tipp: Wer keinen eigenen Garten hat, kann ihre Zwiebeln auch auf Terrasse oder Balkon in Kübeln oder Töpfen pflanzen. Weitere Informationen und ausgefallene Tulpensorten für verschiedene Standorte sind auf www.fluwel.de zu finden.

Blume der Ruhe

‘Hakuun’-Tulpe

 'Hakuun'-Tulpen Bei Tulpen denken die meisten zuerst an die endlosen, farbenprächtigen Zwiebelblumenfelder in Nord-Holland. Hier, genauer in Zijpe lebt und arbeitet der Züchter Carlos van der Veek von Fluwel. Seit den achtziger Jahren ist er im internationalen Blumenhandel tätig und weiß daher, dass auch in anderen Ländern schöne Tulpen gezüchtet werden.

van der Veek schwärmt besonders von einer Tulpe, die er im japanischen Toyama entdeckt hat – etwa 500 Kilometer nördlich von Tokio: „Eine wunderschöne schneeweiße Tulpe, die absolut zuverlässig blüht. Sie wurde nach dem legendären Zen-Buddhisten Haku’un benannt. Die ‘Hakuun’-Tulpe gilt in der japanischen Gartenkunst als eine Blume, die sehr viel Ruhe ausstrahlt.” Als van der Veek vor zehn Jahren in Japan war, hat er einige Zwiebeln in seinen niederländischen Betrieb mitgebracht und dort vermehrt. Daher können nun auch europäische Gartenfreunde die ‘Hakuun’-Tulpe über seinen Onlineshop www.fluwel.de bestellen und ihr privates Grün mit ihr bereichern.

Geheimnisvoll bis magisch

Tulpen gibt’s in fast allen Farben – auch in Schwarz?

Tulipa 'Black Parrot' Immer wieder gelingt es Tulpen-Züchtern, ganz besondere Blütenformen und -farben zu züchten. Dabei beflügelt der Wunsch nach einer außergewöhnlichen Farbe – nach einer schwarzen Tulpe – die Züchter schon seit Jahrhunderten. Und nicht nur den Züchtern, auch Dichtern und Denkern hat es die schwarze Tulpe angetan. Der Schriftsteller Alexandre Dumas beispielsweise hat der Sehnsucht nach dieser Blume in seinem Roman “La Tulipe Noire” (Die schwarze Tulpe) ein literarisches Denkmal gesetzt. Seine Erzählung spielt im 17. Jahrhundert zur Zeit der Tulpomanie in den Niederlanden. 100.000 Gulden soll derjenige bekommen, der eine schwarze Tulpe züchtet. Cornelius van Baerle gelingt es vielen Widerständen zum Trotz, die schwarze Tulpe und die Liebe zu finden.

Blumen mit dunklen, fast schwarzen Blüten haben von jeher etwas Geheimnisvolles und auch Magisches, denn sie sind sehr selten im Pflanzenreich zu finden. Und doch, es gibt sie, beispielsweise die ‚Queen of Night‘, eine sehr elegante, einfache und edel anmutende Tulpe mit einem samtig schwarzen Farbton. Auch ‚Black Hero‘, ein Abkömmling der ‚Queen of Night‘, hat gefüllte, sehr dunkle, fast schwarze Blüten. Ebenso ‚Ronaldo‘, eine Triumph-Tulpe und die ‚Black-Parrot‘, eine Papagei-Tulpe mit dunkelvioletten, schwarz scheinenden Blütenblättern mit geschlitzten Rändern. Was allerdings beim Blick auf die Blüten schwarz leuchtet, ist oft ein sehr dunkles Braun, Purpurrot oder dunkles Violett. Je nachdem, wie das Sonnenlicht auf die Blüten fällt, schimmert es anders. Gerade diese Farbnuancen machen diese Tulpen so Aufsehen erregend.

Übrigens in Lisse, im Herzen des niederländischen Blumenzwiebelanbaugebietes, findest du im Museum ‚De Zwarte Tulp‘ noch mehr Wissenswertes zur schwarzen Tulpe: www.museumdezwartetulp.nl

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